Mein Yogaweg
Mein Name ist Elisabeth Erlandsson Kaufmann und ich lebe in der schönen kleinen Stadt Arboga, wo ich ein Yogastudio mit dem Namen Arboga Yinyogaakademi leite. Dort gebe ich einige Kurse und habe eine umfassende Yogabibliothek aufgebaut, in der ich mich gerne etwas zurück ziehe, wenn ich etwas Zeit habe. Bevor ich mich ganz dem Beruf der Yogalehrerin verschrieben habe, habe ich Yoga als Hobby neben meinem Beruf als Fachlehrer für Deutsch, Französisch, Spanisch und Schwedisch betrieben. Meine persönliche Yoga-Geschichte ist lang…
Meine erste Begegnung mit Yoga hatte ich 1986, als ich in der Schweiz studierte und einen Yogakurs für Studierende besuchte. Der ungarische Yogalehrer – der in einem unvergesslich schönen Akzent Deutsch sprach – hat mich sehr beeindruckt. Ich erinnere mich besonders an zwei Übungen, die er „Willenskraft entwickeln“ und „Nierenkraft entwickeln“ nannte. Die wunderbare Energie, die mich bei diesen Vorwärtsbeugen durchströmte, hat sicherlich meine Liebe zu den meditativen Aspekten des Yoga beeinflusst. Selbst die Stimme des Yogalehrers – die ich immer noch in mir höre – trug eine meditative Energie in sich, die beim Üben auf mich überging.
Während meiner Studienzeit in der Lehrerausbildung in Uppsala in den frühen 1990er Jahren besuchte ich einen Abend pro Woche Satyananda-Yoga. Die Sitzungen waren zwei Stunden lang und endeten mit einer halben Stunde Tiefenentspannung, Yoga Nidra. Es war herrlich – ich war danach so entspannt! Mein Körper war weich und geschmeidig, aber das Beste war wohl, dass mein überquellender Studierkopf ruhig wurde. Ich bin davon überzeugt, dass Yoga mir geholfen hat, mich nicht gestresst zu fühlen, obwohl ich während meiner Studienzeit mit Studium, Prüfungen und Nebenjobs viel zu tun hatte.
Beide Male, als ich ein Kind erwartete, besuchte ich Yoga für Schwangere bei Leela Hansen in Göteborg. Die Übungen, die wir gemacht haben – Asanas (Körperhaltungen), Atem- und Entspannungsübungen – haben mir sehr geholfen, meinem Körper während beider Schwangerschaften und den Wehen zu vertrauen. Das öffnete mir die Augen für die Atmung und wie wichtig es ist, sie zu praktizieren.
Als wir dann als Familie im Jahre 2003 von Luzern in der Schweiz nach Falun in Schweden zogen, begann ich mit Power-Yoga in einem Fitness-Zentrum. Hier lernte ich, Yoga in einem Fluss zu machen und gleichzeitig die Bewegungen mit dem Atem zu verbinden. Für mich war es von Anfang an eine Art Meditation in Bewegung. Ich übte fleissig und schon nach einem Jahr fragte mich die Inhaberin, ob ich mit ihr arbeiten wolle. Sie bildete mich zur Power-Yoga-Lehrerin aus, und danach arbeitete ich neben meiner Arbeit als Gymnasiallehrerin mehrmals pro Woche als Power Yoga-Lehrein im Fitness-Zentrum.
Nach einigen Jahren als Power Yoga-Lehrerin spürte ich den Drang nach tieferen Kenntnissen in und über Yoga. Deshalb bildete ich mich in den Jahren 2008-09 bei Yoga Vidya zur Hatha-Yogalehrerin aus. Nachher unterrichtete ich neben meinen Power-Yoga-Kursen auch Hatha-Yoga. Egal, welche Form von Yoga ich unterrichte, der meditative Aspekt des Yogas ist mir immer wichtig gewesen. Dem Atem zu folgen und in den Körper hineinzuspüren, der seine ganz eigenen Bedingungen für Yoga mitbringt. Die Energie durch den Körper fließen zu lassen und unsere Energiezentren (Chakren) zum Drehen zu bringen.
Mein Interesse an Energiemedizin und Achtsamkeit führte mich schließlich zum Yin Yoga. Ich hatte viel über Yin Yoga gelesen und 2013 und 2014 habe ich eine Ausbildung zur Yin Yoga-Lehrerin bei Magdalena Mecweld in Stockholm gemacht. Seitdem unterrichte ich hauptsächlich Yin Yoga. Anfang 2015 begann ich, an verschiedenen Orten im Land ganztägige Yin-Yoga-Workshops zu geben, und es stellte sich heraus, dass die Nachfrage gross war, sodass ich damit fortfuhr. Im Sommer 2016 beendete ich meine zwölfjährige Tätigkeit an der Montessori-Schule in Falun, um mich ganz dem Yoga widmen zu können.
Ich entwickle mich ständig weiter und bilde mich aus. Unter anderem habe ich mich in Yoga für Menschen mit besonderen Problemen, Yoga für Jugendliche und MBSR (Mindfulnessbased Stress Reduction) ausgebildet. Ich habe Sportlehrer:innen in der Gemeinde Falun in Schweden in Yoga für Jugendliche ausgebildet, Yoga- und Meditationsübungen mit Lehrern und Schülern durchgeführt (auch auf Deutsch, Französisch und Spanisch) und buddhistische Mönche in Seoul in Yogapositionen unterrichtet. Im Herbst 2016 nahm ich an Sarah Power’s intensivem Yin/Yang Yoga and Mindfulness Meditation Teacher Training in Wales teil. Im April 2018 besuchte ich ein Yin Yoga Teacher Training mit Bernie Clark in Vancouver (Kanada) und im April 2019 ein weiteres Yin Yoga Teacher Training – diesmal mit dem „Vater des Yin Yoga“ Paul Grilley in Kalifornien. Mit Sarah Powers vertiefte ich mein Verständnis für den meditativen Aspekt des Yin Yoga und wie wir den Energiefluss im Körper beeinflussen können. Mit Bernie Clark und Paul Grilley habe ich mein Verständnis für unterschiedliche anatomische Gegebenheiten deutlich verbessert. Ich finde es spannend zu sehen, wie verschiedene Trainer ihre Kurse gestalten. Ich lerne verschiedene Blickwinkel kennen und sehe, was ich gleich und was ich anders machen möchte.
Im Frühjahr 2017 habe ich meine erste eigene Yogalehrer-Ausbildung im Yogahuset in Falun begonnen und seitdem regelmäßig Vor-Ort-Kurse an verschiedenen Orten in Schweden gegeben. Seit 2020 biete ich auch ein Fernstudium auf Schwedisch und seit April 2024 auch auf Deutsch an.